Hyperinflation wird mathematisch als eine monatliche Preissteigerungsrate von über 50 % definiert. In solchen Phasen bricht die zeitliche Linearität des Geldes zusammen; der Wert einer Währung erodiert nicht mehr schrittweise, sondern zerfällt in einer exponentiellen Kurve. Historische Beispiele wie die Weimarer Republik (1923) oder Simbabwe (2008) illustrieren, wie das Vertrauen in die staatliche Finanzarchitektur innerhalb weniger Wochen vollständig vernichtet werden kann.
Statistische Eckpunkte (Weimar 1923)
- Maximale monatliche Rate: 29.500 %
- Preisverdopplungszeit: 3,7 Tage
- Höchster Nennwert: 100 Billionen Mark
Der Prozess beginnt meist mit einer fiskalischen Dysbalance, bei der Staatsausgaben durch unbegrenzte Geldschöpfung finanziert werden. Sobald die Bevölkerung die Funktion des Geldes als Wertaufbewahrungsmittel ablehnt, beschleunigt sich die Umlaufgeschwindigkeit massiv. Waren werden gehortet, was das Angebot verknappt und die Preise weiter in die Höhe treibt. Die logische Konsequenz ist eine vollständige horizontale Lähmung des Marktes.